Low‑Carb und Mortalität: Analyse der Fung‑Studie (2010)
Diese Seite beschreibt Professor Bart Kays Kritik an der Arbeit "Low‑Carbohydrate Diets and All‑Cause and Cause‑Specific Mortality" (Annals of Internal Medicine, 2010).
Studienüberblick
- Autoren: Fung, Willett et al.
- Population: 85.168 Frauen und 44.548 Männer (Nurses' Health Study und Health Professionals Follow‑up Study).
- Ergebnis: Die Studie berichtete, dass tierisch betonte Low‑Carb‑Diäten mit einem "mäßig erhöhten" Gesamtrisikio der Mortalität assoziiert seien.
Hauptkritikpunkte von Kay
1. Verwendung von Food Frequency Questionnaires (FFQs)
Die Studie verwendet selbstberichtete Fragebögen über Jahrzehnte. Kay argumentiert, dass diese wegen Erinnerungsverzerrungen und sozialer Erwünschtheit unzuverlässig sind.
2. Die Kalorien‑Konfundierung
In der Frauengruppe aß die "High Low‑Carb"‑Gruppe (Dezile 10) etwa 200 Kalorien pro Tag weniger als die "Low Low‑Carb"‑Gruppe (Dezile 1). Dies macht es unmöglich, die Effekte von Kohlenhydraten von denen der Kalorienrestriktion zu trennen.
3. Rohdaten vs. adjustierte Ergebnisse
Die Rohinzidenzen zeigten kaum Unterschiede; die berichteten höheren Hazard Ratios erscheinen erst nach Multivariaten Regressionen (Adjustierungen), die Kay als eine Form statistischer Manipulation bezeichnet.
4. Absolutes Risiko ist vernachlässigbar
Selbst mit den berichteten Zahlen war der absolute Unterschied in der Mortalität sehr klein (~5 Todesfälle pro 10.000 Personenjahre), für Einzelpersonen praktisch null.
Fazit
Kay schlussfolgert, dass die Studie methodische Schwächen hat und keine belastbare Evidenz liefert, dass tierisch betonte Low‑Carb‑Diäten die Mortalität erhöhen.