Das parasympathische Nervensystem: Ruhe & Verdauung
Dr. Sten Ekberg erklärt, warum das parasympathische Nervensystem (PNS) für die Gesundheit entscheidend ist und wie chronischer Stress unsere inneren Heilmechanismen ausschaltet.
Channel: Dr. Sten Ekberg
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⚖️ Das autonome Gleichgewicht
Das Nervensystem funktioniert nach dem „Wippe“-Prinzip. Das sympathische System (Fight/Flight) hat im Notfall immer Vorrang, wodurch das parasympathische System (Ruhe/Verdauung) nur dann optimal arbeiten kann, wenn der Körper Sicherheit wahrnimmt [00:01:12].
🚀 Zentrale Funktionen des PNS
- Verdauung
- Immunität & Reparatur
- Reproduktion
- Salzsäure: Unverzichtbar für die Aufspaltung von Proteinen.
- Peristaltik: Die muskulären Kontraktionen, die Nahrung durch den Darm transportieren [00:03:56].
- Absorption: Ein aktiver Prozess, der PNS-Energie benötigt, um Nährstoffe ins Blut aufzunehmen.
- Zellvermittelte Immunität: Aktiviert weiße Blutkörperchen zur Infektabwehr [00:04:25].
- Anabolismus: Der Prozess des Aufbaus, der Reparatur und Regeneration von Gewebe [00:04:44].
- Wachstum: Körperliche Heilung findet im parasympathischen Zustand statt.
- Libido & Fruchtbarkeit: Für unmittelbares Überleben nicht essenziell, daher bei Stress oft zuerst „abgeschaltet“ [00:05:11].
- Sekretion: Steuert alle Formen von Schleim-/Drüsensekretion und die Tränenkanalfunktion.
⚠️ Symptome einer schwachen PNS-Aktivierung
Wenn das „Ruhe-und-Verdauung“-System durch chronischen Stress unterdrückt wird, können auftreten:
- Mangelversorgung: Selbst bei guter Ernährung werden ggf. nur ~50% von Nährstoffen wie B12 oder Calcium aufgenommen [00:06:00].
- Häufige Erkrankungen: Höhere Anfälligkeit für Erkältungen und Grippe in Stressphasen (z. B. Prüfungszeit) [00:06:44].
- Langsame Heilung: Atrophie und „Auszehrung“ durch fehlende anabole Reparaturprozesse.
- Durchblutungsprobleme: Dauerhaft kalte Hände und Füße [00:02:32].
Einfache Entspannungsübungen, Atemtechniken und ein besserer Umgang mit Stress können das Gleichgewicht verschieben. Bei chronischen Zuständen kann es 3–9 Monate konsequenter Praxis dauern, bis sich das Nervensystem neu „habituiert“ [00:08:28].