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Ein Post getaggt mit "H-Pylori"

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Was macht Ihnen wirklich Krank? Dr. Paul Mason über die Rolle von Pilzen

· 3 Minuten Lesezeit

In dieser Präsentation von Low Carb Down Under erforscht Dr. Paul Mason eine wichtige medizinische Blindstelle: die synergistische Beziehung zwischen Bakterien und Pilzen. Er erläutert, wie diese Organismen zusammenwirken, um chronische Krankheiten zu verursachen, und warum standardmäßige Behandlungen oft fehlschlagen.

Die B6-Toxizitäts-Verbindung

Dr. Mason beginnt mit der Behandlung von "B6-Toxizität", wobei er feststellt, dass viele Patienten hohe Vitamin-B6-Werte zeigen, obwohl sie keine Supplemente einnehmen. Er vermutet, dass bestimmte Darmmikroben, einschließlich Helicobacter pylori, B6 de novo im Darm synthetisieren, welches dann vom Körper absorbiert wird. Hohe B6-Werte ohne Supplementierung sollten ein Signal dafür sein, nach mikrobieller Überwucherung zu suchen [00:00:50].

Die Candida/H. Pylori-Synergie

Ein Hauptgrund für den Misserfolg standardmäßiger Antibiotikabehandlungen bei H. pylori ist seine Beziehung zum Hefepilz Candida albicans.

  • Das "Pac-Man"-Effekt: Forschung zeigt, dass Candida H. pylori internalisieren kann, wodurch die Bakterien vor Antibiotika und dem Immunsystem geschützt werden [00:01:51].
  • Antifungale Begleitmaßnahmen: Das Hinzufügen von Probiotika mit antifungalen Eigenschaften oder spezifischen antifungalen Behandlungen kann die Erfolgsquote bei der H. pylori-Bekämpfung erheblich steigern [00:02:46].

Zahnfleischplaque und arterielle Gesundheit

Zahnfleischplaque ist mehr als nur mineralisiertes Essen; es ist ein Biofilm, der von einer Kombination von Bakterien und Pilzen erstellt wird.

  • Systemischer Ausbreitung: Diese Mikroben können durch Aktivitäten wie das Zähneputzen in die Blutbahn gelangen [00:04:22].
  • Herzkrankheit: Eine Analyse von bei Operationen entfernten erkrankten Arterien zeigt, dass mindestens 50% mit Mikroben infiziert sind. DNA-Tests haben festgestellt, dass etwa 27% dieser Plaques Pilzinfektionen aufweisen, obwohl normale Kulturen diese oft übersehen [00:07:42].

Die Diagnose-Diffikultät

Pilze sind schwer zu diagnostizieren. Dr. Mason zitiert eine Studie, in der 96% der Patienten mit chronischer Sinusitis Pilzinfektionen aufwiesen, wenn fortgeschrittene Gewebsproben genutzt wurden, obwohl normale Tests diese regelmäßig übersehen [00:06:22].

Autoimmunerkrankung und "Molekulare Mimikry"

Dr. Mason vertritt die These, dass Pilze eine Hauptursache für Autoimmunerkrankungen sind.

  • Genetische Ähnlichkeit: Menschen teilen etwa 50% ihres DNA mit Pilzen (verglichen mit nur 25% mit Pflanzen), was das Risiko für "Crossfire" des Immunsystems erhöht [00:11:28].
  • Molekulares Mimikry: Das Immunsystem greift antigene Pilze an, die menschliche Zellen ähneln, was zu chronischen Autoimmunreaktionen führt [00:10:53].
  • Ernährungseinfluss: Ketogene und Carnivore-Diäten sind wirksam, weil sie den "Nährboden" (Zucker und Kohlenhydrate) reduzieren, auf dem Pilze gedeihen [00:09:12].

Behandlung und Biofilm-Disruptoren

Da Biofilme diese Kolonien schützen, schlägt Dr. Mason vor, Biofilm-Disruptoren neben den Standardbehandlungen einzusetzen.

  • Ergänzungen: N-Acetylcystein (NAC), Vitamin C, Caprylsäure (MCT-Öl) und möglicherweise Nattokinase [00:12:42].
  • Cholesterinunterstützung: Bestimmte Antifungals (Azole) wirken, indem sie die Synthese von Ergosterol (pilzliches Cholesterin) hemmen. Da dies auch die menschliche Cholesterinsynthese beeinflussen kann, rät Dr. Mason Patienten, während der Behandlung den Cholesterinanteil in der Ernährung zu erhöhen, um dies auszugleichen [00:13:29].

Ein Fallstudie aus der Praxis

Die Sitzung endet mit einem Bericht eines Patienten, der mehrere Runden der "Triple-Therapie" für H. pylori nicht überstand. Der Erfolg wurde nur erreicht, nachdem NAC, Vitamin C und ein Antifungalmittel (Nilstat) zum Behandlungsprotokoll hinzugefügt wurden, was die These unterstützt, dass das Löschen der pilzlichen Schutzhülle notwendig ist, damit Antibiotika wirksam werden [00:15:14].